Chronik 44 Jahre

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Festabend am 13. 11. 2010 in der Festhalle 

Vortrag zur Entstehungsgeschichte und zum Werdegang der FGD durch Elferrat und Vizepräsident a. D. Heinz Vetter

Sehr geehrte Ehrengäste, meine Damen und Herren, liebe Mitglieder und Freunde des Dietmannsrieder Faschings aus Nah und Fern !

Bevor ich mit meinem Vortrag beginne, möchte ich Ihnen ein kleines Gedicht über den Fasching in früherer Zeit vortragen. Ich habe dieses Exposé in Allgäuer Mundart in einer alten Zeitung entdeckt und glaube, daß es recht gut zu unserem heutigen kleinen Rückblick der FGD-Vereinsgeschichte paßt. Ein Verfasser war nicht angegeben, aber er hätte sicher nichts gegen eine Veröffentlichung am heutigen Abend einzuwenden. Es heißt ganz kurz und knapp: „D´ Fasnacht früeher !“ Koin Radio hot´s und koin Fernsehar gea´, ma hot von d´r weite Wealt no nix g´seah. Doch luschtig hand d´Leit au früeher sei miege und hand in d´r Fasnacht d´rum g´suacht ihr Vergnüege. Belieabt war scho domols, bei groaß und bei kloi, als „Maschkrar“ zum gau in viel Häuser nei´. Grad d´Schuelar sind d´rum meischt mit groaßem Verlange als „Mäschkerle“ no zua de Nochbaure gange. Bloß hot ma koi kaufte Maschke it g´hät noi ... , d´ Muat´r hot irged ebb´s zähmetg´näht. A Larv´ aus Papier tuat ma nochet no krieage, weil ma doch´s G´sicht hot verdecke miege. No wear´d no a Versle ei´gschtudiert g´schwind und nochat isch ma futt wie d´r Wind. Und wenn ma nochat sei Sprüchle verzellt, no hot ma womeglich sei Schtimm no verschtellt. Diea Freid, wenn d´Nochbaure oin gar it dund kenne und rotet - und dund and´re Näme bloß nenne. In alle Häuser hot ma was g´schenkt dann no krie´t, so daß si der G´schpaß am End no rentiert. Koi Zehnerle hot ma früher verachtet und hot ma´s no g´het, sich als reich glei betrachtet. Die Größ´re sind zóbet maschiert au no futt, in a Haus, wo a ganz Komplott zemet ´kutt; denn domols hot´s selte an Ball no geabe und trotzdem wollt d´Jugend halt tanze mol eabe. Und so war bei´ra Mund- oder Zugharmonie beim tanze de Mädla ganz schnell vis a vis Und koi Wind, koi Weat´r und koi weite Schtrecke, hot kenne die luschtige Maschkrar verschrecke ! Sie sehen - auch früher gab es schon genügend Faschingsbegeisterte.

Chronik 33 Jahre

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ca. 10 km nördlich von Kempten, ist eine mittelgroße Marktgemeinde mit rund 8000 Einwohnern. Sie zeichnet sich u.a. vor allem durch ein sehr reges Vereinsleben aus. Einer dieser Vereine ist unsere "F G D" - zwar nicht traditionsreich, aber dafür sehr aktiv. Doch wie kam es überhaupt zur Gründung eines Faschingsvereins in Dietmannsried ? Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Vereinsleben der Marktgemeinde weitgehend stillgelegt und wurde erst langsam wieder aktiviert. Im Fasching jedoch hatten die Bürger die keinem Verein angehörten, nur auf dem Bürgerball und den Hausbällen der einzelnen Gasthäuser Gelegenheit, sich in den närrischen Trubel zu stürzen. Dies blieb so, bis im Jahre 1966 der damalige Hauptlehrer Johann Pfeifer und sein Kollege Karl Stiegele sen. einen größeren Faschingsumzug organisierten, der bei Mitwirkenden und Zuschauern große Begeisterung auslöste. Dies gab den Anstoß zu weiteren Taten. Alfred Regending, Albert Hiebinger und Anton Homanner (man kann diese als eigentliche Gründer der FGD betrachten) wurden beauftragt, ein entsprechendes Gremium zu bilden. Am 22. Januar 1967 wurden dann auf einer konstituierenden Sitzung mit den Vereins- und Verbandsvorständen die Vorstandschaft und der künftige Elferrat gewählt. Die "Faschings-Gesellschaft-Dietmannsried" (e.V. erst ab 1971) war aus der Taufe gehoben. Sie sollte den Dietmannsrieder Fasching beleben, fördern und aktivieren. Heute, nach nunmehr über dreieinhalb Jahrzehnten, zählt die FGD rund 120 aktive Mitglieder. Dazu gehören 30 Elferräte (unter ihnen auch Bundeslandwirtschaftsminister Ignaz Kiechle), Prinzenpaar, Hofmarschall, Prinzengarde (12), Jugendgarde (12), Schülergarde (12), Bühnenakteure und technisches Personal. Höhepunkt eines jeden Vereinsjahres sind die Narrensitzungen. Hier werden in einem viereinhalbstündigen Nonstop-Programm (und das siebenmal) je 500 Besucher aus Nah und Fern mit Büttenreden, Gesangsparodien sowie Garde- und Showtänzen unterhalten. Seit der Gründung wurden in 190 Narrensitzungen rund 95.000 Besucher zum Lachen, Schmunzeln und Nachdenken gebracht. In drei Schüler-Narrensitzungen konnten rund 1000 Jugendliche begeistert werden. Bei zehn großen Faschingsumzügen (unter Mitwirkung aller Vereine) und acht Kinderumzügen kamen über 100.000 Zuschauer nach Dietmannsried (allein beim großen Jubiuläumsumzug im Jahre 2001 waren es rund 20.000). 31 Prinzenpaare besuchten mit Garde und Hofstaat rund 500 Veranstaltungen in der näheren und weiteren Umgebung. Auch bei überregionalen und internationalen Veranstaltungen waren Aktive aus den Reihen der FGD zu Gast: 1987 - Paul und Annelore Steinbach als Prinzenpaar bei Carolin Reiber im Bayerischen Fernsehen. 1996 - Männerballett “Die Alpenzwerge” als Programmteil bei der Verleihung des “Lieben Augustin” in der Wiener Hofburg. seit 1997- Heinz Vetter als Büttenredner (Politik) - 5 x beim ZDF in der Fernsehsitzung “Überall ist Karneval” - ( er war hier als einziger Redner Deutschlands bei allen fünf Sendungen mit jeweils 15 Minuten Redezeit vertreten) - und 4 x ( 2000 / 2001 / 2002 / 2003) bei ARD / SWR in der Live-Sendung „ Fastnacht an Neckar, Rhein und Bodensee“ Sie alle haben den Dietmannsrieder Fasching zu dem gemacht, was er heute ist - nämlich zu einer festen Institution und einem Gaudium, das weit über die Grenzen unserer Marktgemeinde und des Landkreises Oberallgäu hinaus bekannt und beliebt ist. Der Schlachtruf unseres Vereins lautet nach dem Hahn (= Gockel) im Gemeindewappen: G O C K O L O R E S - O H E Dietmannsried, im Februar 2003.